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Kroatien - Dalmatien - Imotski
Der rote See von Imotski
Nachdem wir den blauen See von Imotski besichtigt haben fahren wir nun zum roten See, der sich in ca. einem Kilometer Entfernung befindet. Direkt an der Straße befinden sich ein paar Parkplätze und Menschen, die sich scheinbar etwas anschauen. Also beschließen wir hier auch kurz anzuhalten. Oft haben wir in Werbebroschüren vom roten Loch in Imotski statt vom roten See gelesen. Das trifft die Sache auch eher, wie sich gleich herausstellen wird.
Wir steigen aus dem Auto aus und können außer einer Mauer und Felsen zunächst rein gar nichts erkennen, was auf einen See schließen läßt. Als wir näher an die Mauer kommen, schauen wir dahinter jedoch auf einen im Durchmesser eher lochgroßen See. Die Informationstafel neben der Mauer gibt weiteren Aufschluss über den See. Wir staunen nicht schlecht, als wir uns die Zahlen genauer anschauen und wollen es eigentlich gar nicht glauben. Die Oberkannte des höchst gelegenen Felsen befindet sich 522 m über dem Meer. Der See ist 528 m tief. Die Sohle des Sees befindet sich also 6 m unter dem Meeresspiegel. Die Wasseroberfläche befindet sich in 231 m Tiefe.
Diese Tiefe ist wahrscheinlich am optischen Empfinden beteiligt, die dem kleinen See den Charakter eines Lochers verleiht. Wenn man hinunter auf das Wasser schaut und sich diese Daten dabei einmal genau verinnerlicht ist der ganze Anblick noch viel beeindruckender. Respektvoll registrieren wir - was hier hinunter fällt ist für immer verloren, wenn es nicht von größter Wichtigkeit ist.
Erstaunlich ist auch die Tatsache, dass es auf diesem felsigen Untergrund rings um das Loch, sehr gesund wirkende Vegetation gibt. Das kleine Bäumchen auf dem Fels, am Rand des Loches, scheint keinerlei Wachstumsprobleme zu haben. Sehr auffällig ist das rote Gestein am Straßenrand, welches in der ganzen Umgebung, gleich einem großen Steinbruch, zu sehen ist. Dies verdeutlicht sehr gut weshalb das Wasser im See rotviolett schimmert.
Gegenüber der Straße eröffnet sich der totale Gegensatz zur Felslandschaft rund um den roten See. Hier befindet sich ein großes Tal mit saftig grünen Wiesen und Ackerflächen. Wie schon so oft weht uns hier der Duft von frischem Thymian entgegen.
Weil der rote See recht übersichtlich ist und es keine Wander- oder Klettertouren rund um den See gibt, wie es beim blauen See der Fall ist, gestaltet sich der Aufenthalt hier recht kurz. Laut unseren Informationen soll sich hier ganz in der Nähe noch ein Stausee befinden. Wir fahren die Straße weiter und schauen ob wir ihn noch finden.