Die Fachwerkhäuser Quedlinburgs - Unesco Weltkulturerbe
Deutschland - Sachsen-Anhalt - Harz
Jahreswechsel auf der Rosstrappe
Den Jahreswechsel werden wir auf der Rosstrappe im Harz verbringen. Um uns noch einige Sehenswürdigkeiten in der Umgebung anschauen zu können, treffen wir bereits einen Tag vor Silvester ein. Vor ein paar Tagen hat es im Harz geschneit. Beste Voraussetzungen also, um die malerischen Städtchen dieses Gebirges und die winterliche Atmosphäre zu erleben. Kurz vor Mittag erreichen wir das Berghotel auf der Rosstrappe in Thale. Von hier fahren wir gleich nach dem Einchecken ins etwa fünfzehn Kilometer entfernte Quedlinburg.
Über den geschichtlichen Verlauf Quedlinburgs haben wir uns im Vorfeld grob informiert. Vor mehr als 1000 Jahren, zu Beginn des zehnten Jahrhunderts, ließ König Heinrich I. auf einem riesigen Sandsteinfelsen, dem heutigen Schlossberg, eine Burg errichten. Nach seinem Tod 936 wurde dort ein Frauenstift mit Stiftkirche gebaut. Später entstand am Fuß des Schlossberges eine Siedlung, das heutige Quedlinburg, deren Mittelpunkt die Marktkirche ist. Quedlinburg gehörte von 1426 bis 1477 der Hanse an. Seit 1994 steht Quedlinburg auf der Liste des Unesco Weltkulturerbes.
Über die Westerhäuser Straße gelangen wir von Thale nach Quedlinburg. Kurz nach dem Ortseingang stellen wir, ohne lange zu suchen, unser Auto ab. Schon nach wenigen Minuten Fußmarsch erreichen wir die Altstadt mit dem Marktplatz. Fasziniert von den Fachwerkhäusern bleiben wir erst einmal stehen und lassen die Eindrücke auf uns wirken. Wie die Theaterkulisse aus einem Weihnachtsmärchen sehen die aneinander gereihten Fassaden der schneebedeckten Häuser aus. Es ist unglaublich, dass die Häuser teilweise schon achthundert Jahre alt sind. Natürlich können wir uns den riesigen Pflegeaufwand vorstellen, der notwendig ist dieses wundervolle Ambiente in solch einem guten Zustand zu erhalten. Hinter den Fassaden befinden sich in den Untergeschossen kleine Läden. Auch die Kirche St. Benedikti auf dem Marktplatz entdecken wir, um die herum das Leben hier vor rund eintausen Jahren entstand.
Wir laufen weiter durch die engen Gassen. Immer wieder stechen einzelne Häuser mit besonders reich verzierten, bunten Giebeln und Türmchen hervor. Die Bewohner der Stadt wuseln, einen Tag vor Silvester, emsig durch die Gassen. Sie scheinen die Schönheit ihrer Stadt gerade irgendwie vergessen zu haben. Aber so ist es halt, der Alltag bestimmt natürlich auch in einer so schönen Stadt wie Quedlinburg das Leben der Einwohner.
Auf dem Rückweg zum Auto werfen wir noch einen kurzen Blick nach oben auf den Schlossberg. Schade - heute ist es schon zu spät für die Besichtigung der Stiftkirche. Wir hoffen, dass wir in den nächsten Tagen noch etwas Zeit haben werden, um noch einmal hier vorbei zu schauen.