Wir fahren mit dem Auto von Sibenik die Adriamagistrale entlang in Richtung Zadar. Nach wenigen Kilometern sehen wir für einen kurzen Augenblick zu unserer rechten Seite den Vrana-See. Eigentlich nimmt man den See nur wahr, wenn man von seiner Existenz Kenntnis hat. Die Hinweisschilder sind sehr unscheinbar und das Meer zu unserer linken Seite lenkt die Aufmerksamkeit natürlich nicht auf den See. Obwohl der See im Abstand nur weniger hundert Meter parallel zum Meer verläuft, verdecken Kiefernwälder den Blick auf ihn.
In Pakostane verlassen wir die Adriamagistrale. Wir biegen rechts ab und fahren am Campingplatz vorbei nach Vrana. Weiter in Richtung Benkovac soll es eine gute Aussicht auf den See gegeben. In Vrana, an der Abfahrt nach Benkovac, sehen wir einen Wegweiser, der rechter Hand auf einen Aussichtspunkt hindeutet. Wir fahren nicht in Richtung Benkovac sondern folgen dem Wegweiser zum Aussichtspunkt und bereuen unsere Entscheidung später in keinster Weise.
Zunächst geht es durch ländliche Ortschaften, in denen vom See nichts mehr zu sehen ist. Das Hauptverkehrsmittel scheint hier der Traktor zu sein. Hühner und Truthähne scheinen hier noch wirklich glücklich zu sein. Sie überqueren ganz selbstverständlich die Straße, ohne Angst zu haben überfahren zu werden. Traktoren kommen uns in der kurvenreichen Gegegend, auf der sehr schmalen Straße, mit einer beachtlichen Geschwindigkeit entgegen. Die verdutsten aber freundlichen Blicke der Traktoristen und Mitfahrer lassen erkennen, dass Touristen hier eher selten vorbeikommen. Schäfer treiben ihre Herden, gemischt aus Ziegen und Schafen, die Straße entlang. Gehorsam trotten sie am Straßenrand entlang um uns passieren zu lassen. Vom See ist schon eine ganze Weile nichts mehr zu sehen, obwohl wir uns parallel dazu befinden müssten. Unser Navi hat bereits in Vrana aufgegeben. Weitere Wegweiser zum Aussichtspunkt gibt es auch nicht mehr. Plötzlich sehen wir am Straßenrand schwere Straßenbautechnik und eine zwar schmale aber neu asphaltierte Straße beginnt. Wir folgen dieser Straße und hoffen, so wenigstens um den See, wieder auf die Adriamagistrale zu gelangen. Ein einsames, neu gebautes Haus, im Stil der Appartementhäuser am Meer versetzt uns in dieser ländlichen Gegend erneut in Staunen. Hier biegt die Straße rechtwinklich ab und es geht direkt ins Gebirge. In gleichmäßigen Abständen stehen auf kleinen Steinhügeln Betonkreuze auf denen nur jeweils eine Zahl von 0 bis 15 steht. Am 15. Kreuz endet die Straße und wir vermuten, dass wir jetzt umkehren müssen, weil die Straße noch nicht fertig ist. Doch ein unscheinbares Parksplatzschild, was auf einen steinigen, unbefestigten Parkplatz hindeutet, läßt mehr vermuten.


